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Geniale Mischung

Betrachtung anlässliche des 17. Preetzer Papiertheatertreffens – von Peter Peasgood

Trotz all der Schwierigkeiten, von unserem Wohnort Leicester im Zentrum Englands nach Preetz in Norddeutschland zu reisen, darf dieses Festival von uns Papiertheaterliebhabern nicht versäumt werden. Wir erlebten wieder einmal eine geniale Mischung von Klassischem, Experimentellem, Kleinem und Großem. Es war wohl eines der besten Preetzer Treffen, an denen wir teilgenommen haben. Diejenigen, die zum ersten Mal dabei waren, wie unsere Tochter Sarah, konnten beobachten, wie sich die Unterschiede zwischen den Spielerpersönlichkeiten in den jeweiligen Aufführungen widerspiegeln. Diese Unterschiede deutlich werden zu lassen, ist ein wichtiges Kriterium für jedes Festival. Wir mögen während der Mahlzeiten (hervorragend organisiert von Martina Bliese und ihrem Küchenteam) verschiedener Ansicht gewesen sein, dass diese Vorstellung beispielsweise zu lang oder jene zu kurz war, aber letzlich waren wir doch vor allem in Preetz, um die Vorstellungen zu sehen.

Über die Jahre habe ich beobachtet, dass Spieler manchmal dazu neigen, ihre eigenen Aufführungen gering zu schätzen und sich geehrt fühlen, überhaupt zu spielen. Dies mag einer der unglücklichen Nebeneffekte unserer schwierigen Kunst sein. Beleuchtung, Dekoration, Figurengestaltung und Inszenierung müssen in den Monaten der Vorbereitung aus der Fantasie entstehen. Es ist eine Herausforderung, alles vor einem Publikum zusammenspielen zu lassen, das nicht unbedingt aufnahmebereit ist. In gewisser Weise kann die Aufführung für den Künstler nach den vielen vorausgegangenen Stunden des Nachdenkens zu einem Gefühl des Mißerfolgs führen. Aber jede Papiertheateraufführung zeigt, wenn alles gut geht, dass diese besondere Magie nirgend woanders erlebt werden kann. Das Kind in uns wird angesprochen, wir werden an eine Zeit der Unschuld und an unsere Menschlichkeit erinnert.

Übersetzung aus dem Englischen von Dorett Koch

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